Deutch

 

Färnäs hemslöjd och snickeri - Färnäs Handwerk und Schreinerei

 

1947 registrierte Erik Pell, geboren in Nusnäs 1916, eine Firma für Handwerk. Ein paar Jahre lang hatte er mit den Gebrüdern Lennart und Herman Hållås zusammengearbeitet. Nach seiner Heirat zog Erik nach Nusnäs und das Lager der Firma wurde am Hofe der Ehefrau Astrid beherbergt. Die Produktion war traditionell: Pferdchen, Hähnchen und Schweinchen. Das Aussägen und Mahlen geschah in Nusnäs.

 

Mehmet Pihiven (geb. 1953 auf Rhodos, Griechenland), damals Schwiegersohn von Pell Erik, wurde in der Mitte der Siebziger Jahre in das Familienunternehmen einbezogen. Mehmet baute die Schreinerei aus und die Produktion wurde ganz nach Färnäs gebracht. Mehmet der ursprünglich aus einer türkischen Möbelbauerfamilie stammte, übernahm die Firma mit Personal und Kunden als Pell Erik 1982 in Rente ging. Der neue Fimenname wurde dann Färmäs Hemslöjd och snickeri. (= Färnäs Handwerk und Schreinerei)

 

Im Dorf sagt man oft ”der Grieche”, auch wenn er aus einer Minorität türkischer Herkunft stammt. Für einen Südeuropäer kann der schwedische Winter dunkel und kalt sein. Aber nach drei Jahrzehnten fühlt sich Mehmet ganz hier zu Hause. Das gilt vor auch für die Jagd- und Fischerfreunden aus Färnäs. Das schwedische Nationalsymbol herzustellen ist für ihn selbstverständlich und erfüllt ihn auch mit Freude.

 

Vielleicht sind es seine griechischen Vorahnen und die Geschicht vom trojanischen Pferd, die Mehmet dazu bewogen, einige der grössten soliden Dalapferde zu bauen. Bei Dalaträ Bauwarenhaus in Stockholm steht das Grösste davon, beinahe 3 m hoch und 1,2 Tonnen schwer. In vielen Häusern der Warenhauskette Åhléns stehen grosse 1,8 m hohe Pferdchen. Åhléns ist einer der grössten Verkäufer der Handwerksfirma. Ausserdem gibt es Versandt an viele europäische Länder und der USA.

 

In den letzten Jahren sind das Färnäs- und Sälenpferdchen populäre Sammlerobjekte geworden. Das Färnäsmodell wurde nach altem Vorbild von Pell Erik entworfen.

 

Das Morapferdchen/Dalapferdchen als Symbol für Schweden

Vor dem schwedischen Pavillon bei der Weltaustellung in New York 1939 stand ein drei Meter hohes Morapferd. Es stand dort als ein Beispiel schwedischer Volkskunst. Die Leitung der schwedischen Abteilung der Austellung war sehr bedenksam ob dieses ”primitive Handwerk” das moderne Schweden representieren sollte. Aber das farbenfrohe Pferd, geschnitzt vom Vater des Hofes, bekam grosse Aufmerksamkeit und wurde weit bekannt.

 

Warum ein Pferdchen?

 

Das Pferd als Bild und Spielzeug gibt es in vielen Kulturen. Es lebt nahe am Menschen und dadurch unterscheidet sich dieses Tier von den Anderen.

Während der Bronzezeit und in der alten Götterwelt der nordischen Legende dachte man sich, dass das Pferd den Wagen der Sonne über das Himmelszelt zieht. Das Bronzepferd, das an den goldenen Wagen der Sonne gespannt ist, ist eines der berühmtesten Funde der Bronzezeit, gefunden auf Själland (der Trundholmswagen).

Auf griechischen Vasen wird das Pferd vom Sonnengott Helios gezügelt und der Held Perseus fliegt mit seinem geflügelten Pferd Pegasus zu den Göttern der Höhen des Olympos. Die Kentauren, halb Mensch halb Pferd, kommen aus ihren Verstecken in der Bergwelt Tessaliens und rauben sich schöne griechische Frauen.

Im Asaglauben der Wikinger finden wir das Pferd Odens, Sleipner, mit acht Beinen und dazu Freieas Pferd Freifaxe. Eine Verehrung des Pferdes findet man noch lange  nach dem Eindringen des Christentums:

Der Heilige Stephanus wurde der Schutzptron der Pferde und traditionelle Staffansweisen sind in vielen schwedischen Landschaften aufgezeichnet. Das Hufeisen ist glücksbringend und wird über der Tür aufgesetzt. Das Pferd stellt auch in unserer Zeit Eigenschaften dar, die der Mensch hoch bewertet: Stärke, Treue, Klugheit und Würde 

 

Wann das erste Dalapferdchen geschnitzt wurde, weiss man nicht. Eines der frühesten Zeugnisse ist eine Prdigt des Västeråsbischofs Johannes Rudbeckius. Im September 1624 warnt er vor ”sündhaften Handelswaren auf dem Markt: ….”Karten, Würfel, Holzpferdchen …” Damals wie heute war Västerås das kirchliche Zentrum für die Provinz Dalarna.

 

Das Morapferd

Sehr früh entwickelte sich das Schnitzen der Pferdchen zu einem Handwerk. Es gab eine relativ bedeutende Produktion schon im Anfang des 19. Jahrhunderts. Bald spezialisierte man sich in den Bauernhöfen zum entweder Malen oder Schnitzen.

Während man auf den langen Arbeitswanderungen ins südlich Dalarna und zum Mälarsee war konnte man als Zahlung für Übernachtungen Holzpferdchen verwenden.

 

Dekorativmalerei

Die Nähe zur Volkskunst kann man gut an der Malerei sehen. Die Maler aus Rättvik inspirierten die Moramaler. Das kann man am deutlichsten bei dem Berühmtesten von ihnen merken, bei Stikå Erik Hansson aus Risa, einem Moradorf. Stikå Erik malte auch Pferdchen und er war es, der vermutlich das Dekor (Verzierung) des Morapferdchen entwarf. Damals wie heute hatte man zwei Farben gleichzeitig auf dem Pinsel. Der Preis für ein Morapferd war um 1880 25 öre.

 

Das ursprüngliche Zentrum für die Herstellung des Pferdchen aus Mora war scheinbar das kleine Dorf Bergkarlås. ”Bergkarlås war ein Vorgänger”, kann man aus alten schriftlichen Quellen erlesen, die im Nordischen Museum in Stockholm verwahrt sind.

Erst später kamen die Dörfer Vattnäs, Risa, Nusnäs und Färnäs dazu.

 

Der Traum vom Pferd

Die Armut in der Agrargesellschaft war gross, aber konnte man sich mit einem Pferd halten, konnte dieses zur Versorgung der Familie gut beitragen. Das Pferd war der treu helfende Kamerad auf Feld und Wiese, im Wald, auf dem Weg zur Sennhütte, zur Mühle, Kirche, Markt ….

 

Viele der Höfe in der Gegend von Mora konnten sich kein Pferd leisten. Vielleicht war es der ärmste der armen Morabauern, der sich ein stilvolles Pferd schnitzte, vielleicht der Prototyp des Morapferdchen. Es war ein Bauer, der einsehen musste niemals zu einem Pferd zu kommen. Er schuf sich ein Traumpferd aus Holz. Mit seinen Händen schnitzte er die Form des Morapferdchen, später kam Farbe dazu, dann die Verzierung und so gab es sich hinaus in die weite Welt.